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Besuch der Schweizer Schule in Bangkok

Vier Schülerinnen der Kantonsschule Musegg hatten im April die Gelegenheit, die Deutschsprachige Schule in Bangkok zu besuchen. Sie erhielten während zweier Wochen Einblick in den Schulalltag und das Leben ihrer Gastfamilien, mehrheitlich Schweizer und Deutsche, die aus beruflichen Gründen in Thailand leben. Es blieb aber auch Zeit, Thailands Kultur, seine Menschen und ihre Lebensweise kennen zu lernen und dabei festzustellen, dass sehr vieles so komplett anders ist.


Ein etwas anderer Alltag – das Leben in Bangkok
Text: Laura Bourqui

Hunderte von Taxis, eine erdrückende Hitze und die verschiedensten Düfte in der Nase. Wir befinden uns im Zentrum Bangkoks!
Dieser Beschreibung nach könnte man denken, es sei eine total laute und hektische Stadt. Laut ja – aber keine Spur von Hektik. Die Thais sind stets freundlich und gelassen, selbst wenn sie eingepfercht zwischen Dutzenden von Menschen in der Skyline Station um Station fahren müssen. Auch auf den Strassen herrscht 24 Stunden am Tag Verkehr, wie er bei uns nicht einmal zu den Stosszeiten vorkommt. Trotzdem scheint der Thai im Alltag Ruhe zu bewahren. Liegt das für uns Touristen wohl nur an den zahlreichen Ständen am Strassenrand und den Märkten an jeder Ecke?
Auf jeden Fall braucht man sich in Bangkok nie über einen verpassten Zug aufzuregen, denn das nächste Taxi steht schon bereit. Ohne einige Kenntnisse in der thailändischen Sprache kann das schon Mal eine ziemlich aufregende Fahrt werden. Aber schlussendlich kommt man dann doch immer heil am Ziel an.
Etwas angenehmer als der Markt sind die für uns unvorstellbar grossen Shoppingcenters, in denen man von Kleidern über Elektronik bis zu Essen alles findet.
Das bewundernswerteste an den Thais und ihrer Lebensweise ist jedoch, dass sie friedlich zusammenleben und egal, ob etwas mehr oder weniger betucht, stets ein Lächeln im Gesicht haben. Auch schenken sie speziell den Europäern ein freundliches Lächeln, obwohl sie denken, dass wir nicht oft lachen.



Böse Geister auf dem Schuh – Leben und Glaube in Thailand
Text: Isabell Ruckli

In Sachen Mentalität und Kultur unterscheiden sich die Schweiz und Thailand extrem. Wahrscheinlich könnte man ganze Bücher über die bestehenden Unterschiede schreiben. Ich gehe hier auf zwei Themen ein: Einerseits auf den Aberglauben der Thais, andererseits auf ihr Verhalten gegenüber Touristen.
Thais sind sehr abergläubisch; dies erkannten wir schon am ersten Tag. Gleich nach der Ankunft bei der Gastfamilie wurden wir gebeten, unsere Schuhe auszuziehen. Angeblich befinden sich an den Schuhsohlen böse Geister. Ebenso gibt es solche Geister auf der Türschwelle, weshalb man diese auch nie betreten sollte. Ausserdem findet man in einem thailändischen Haus kein gerade aufgehängtes Bild, denn so können sich die Geister nicht darauf setzen und rutschen herunter. Den Aberglauben findet man in vielen Alltagssituationen wieder. Uns wurde erzählt, dass zwei Frischvermählte in der Hochzeitsnacht möglichst nicht als erstes einschlafen wollen, denn wer dies tut wird vor dem anderen Ehepartner sterben. Natürlich können die Thais – um Glück zu erhalten – auch anderes tun, als nur Geister zu vermeiden. Durch das Füttern von Fischen vor einem Tempel oder durch das Freilassen eines zuvor gefangenen Tieres verbessert man sein Karma. Dies nur einige der unzähligen Bräuche Thailands.
Nun zum Verhalten der Thais gegenüber uns Touristen. Ich habe selten so ein aufrichtiges, freundliches und angenehmes Volk erlebt. Von ihrem Glauben aus wollen Thais niemandem etwas Böses, und so versuchen sie, einem immer so gut wie möglich zu helfen. Da die Thais ein eher zurückhaltendes Volk sind, würden sie nie einfach auf jemanden zugehen, um etwas zu verkaufen. Falls dies doch vorkommt, kann man sicher sein, dass die Sache nicht ganz sauber ist. Die Freundlichkeit der Thais kann aber auch zu Problemen führen. So wird ein Taxifahrer nie sagen, wenn er den Weg zum gewünschten Ziel nicht kennt. Doch man muss sich davor nicht fürchten, denn auch wenn der Fahrer zehn Mal falsch abbiegt oder in der Zentrale anrufen muss, um den Weg zu finden, irgendwie kommt man immer ans Ziel.
Alles wäre halt ein wenig einfacher, wenn die Sprachbarriere nicht wäre. Nur wenige Thais sprechen ausreichend Englisch, um zum Beispiel den Weg zu einer Sehenswürdigkeit zu erklären. Trotzdem werden Thais immer versuchen zu helfen, auch wenn sie zuerst einen Kollegen von der anderen Stadtseite herholen müssen, welcher besser englisch spricht.


Mango, Banana, Coconut – Schlemmereien im Alltag
Text: Chiara Lustenberger

Neben all den vielen Sachen, die wir sahen, genossen wir auch das gute Essen von Thailand. Von Poulet über Entenfleisch und Tintenfisch bis hin zu sehr speziellem Tofu (oder war es doch Schweinemark? :-)…) probierten wir uns quer durch das kulinarische Angebot. Sogar ohne Durchfall oder sonstige Schäden haben wir das Ganze durchgestanden. Vielleicht auch nur, weil wir die Original-Thai-Schärfe ausgelassen haben?! Neben all den verschiedenen warmen Reis- und Nudelspeisen, gab es auf jeden Fall auch superfeine Desserts, wie zum Beispiel die leckeren frittierten Bananen oder kow neeo ma muang, eine Mango auf süssem, klebrigen Reis. Was auch jeden Tag für die nötige Erfrischung sorgte, waren die unzähligen Früchte. Im Gegensatz zu denen in der Schweiz, waren all die exotischen Früchte praktisch frisch gepflückt. Auf dem Markt gab es viele bereits bekannte, aber auch ganz spezielle Früchte, wie zum Beispiel: Passionsfrucht, Ananas, Bananen, verschiedene Melonen, Papaya, Mango, Äpfel, Pomelo, Limonen, Kokosnuss, Litschi, Sawo oder den Rosenapfel.
Doch trotz all den leckeren und neuen Geschmäcker, gab es Zeiten, wo uns das thailändische Essen verleidete und wir auf Burger King, Dunkin’ Donuts oder Starbucks zurückgriffen. Und was auch nicht vergessen werden darf, ist unsere Neuentdeckung: Oishi Green Tea with Honey and Lemon, welcher zur Zeit nicht wenig vermisst wird.
Zurück in der Schweiz merkt man, wie günstig das Essen in Thailand eigentlich war. Ein Gericht kostete etwa 80 Baht, das sind umgerechnet nicht ganz 3 Franken und es war total lecker.


Der lockere Aufstieg zum Millionär oder Superstar – Schule und Kultur
Text: Barbara Christen

Während unseres Austauschs mit der Deutschsprachigen Schule Bangkok (DsSB) besuchten wir drei Tage den Unterricht. Wir durften die Lektionen der Elftklässler mitverfolgen, welche sich im Grossen und Ganzen nicht von unserem Unterricht an der KSM unterscheidet. Ein grosser Unterschied besteht jedoch in der Grösse der Klasse: Ist bei uns ein Durchschnitt von etwa 20 Schülerinnen und Schülern normal, gibt es an der DsSB nur eine elfte Klasse mit zehn Schüler/innen.

Einen weiteren Tag verbrachten wir mit der Klasse in „Ancient City“. Es ist zu vergleichen mit dem Swiss Miniature, nur kann man dort die wichtigsten und bekanntesten Gebäude aus ganz Thailand besichtigen. Die Gebäude sind entweder direkt aus den Gegenden Thailands nach „Ancient City“ verlegt worden (also Originalgebäude), oder sie wurden nachgebaut, einige in Originalgrösse, andere verkleinert, jedoch begehbar.

Wir hatten einen sehr lustigen Führer, der uns mit seinem speziellen Englisch die verschiedenen Gebäude erklären und uns deren Geschichte und Bedeutung näher bringen wollte. Er wusste sehr viel zu erzählen, nicht nur über die Gebäude, sondern auch über (Aber-)Glauben und Traditionen der Thais. So besichtigten wir beispielsweise den Buddha-Tempel, zu dem drei nebeneinander liegende Treppen hochführen. Wir mussten spontan eine der Treppen wählen. Oben erklärte er uns dann die Bedeutung der einzelnen Treppen. Wer die Treppe ganz rechts gewählt habe, habe Glück mit dem Geld und werde Millionär. Wer die mittlere genommen habe, werde mit Wissen gesegnet und wer den Aufgang links gegangen ist, werde einmal Superstar. Dies war wohl eine stark vereinfachte Version, und es bleibt jedem selbst überlassen, an das zu glauben. Auf jeden Fall war es ein sehr eindrücklicher und lustiger Ausflug.