Mit seinem Vortrag „400 Jahre Teleskopbeobachtung“ hat der Physik- und Mathematiklehrer Ernst Hügli am 27. November 2009 buchstäblich die Sterne vom Himmel geholt. Er brachte den Anwesenden die Faszination des Universums sowie die spannende Geschichte der mittlerweile 400-jährigen Teleskopbeobachtung mit viel Abwechslung näher. Als erste Veranstaltung im Rahmen des Forums Musegg passte sein Vortrag hervorragend ins noch laufende internationale Jahr der Astronomie.
Nachdem der Referent darauf hingewiesen hatte, dass besonders in der Astronomie nicht immer alles ist, wie es scheint, und der Betrachter mit Interpretationen deshalb sehr vorsichtig sein muss, erfuhren die Besucherinnen und Besucher, dass die Geschichte der Teleskopbeobachtung viele spannende Facetten aufweist. So war das Jahr 1609 für die damalige Wissenschaft ein schicksalhaftes Jahr, da der junge Forscher Johannes Kepler mit seinen Gesetzen der Planetenbewegung das Weltbild durcheinander brachte. Gleichzeitig stiess Galileo Galilei mit der verrückten Idee, ein von einem holländischen Brillenmacher entworfenes Gerät als Teleskop einzusetzen, die bislang gültigen Lehrmeinungen zu den Bewegungen und Formen am Himmel gänzlich um.
Ernst Hügli zeigte nicht nur auf, wie die Teleskope von damals und heute aufgebaut sind und funktionieren, er brachte die anwesenden Gäste mit lustigen Geschichten rund um die Astronomie auch immer wieder zum Schmunzeln. Da war einerseits der hervorragende Forscher und Pionier Galilei, der die Entwicklung des Teleskops nicht immer ganz uneigennützig vorantrieb – er wollte primär eine Professur ohne jede Lehrverpflichtung. Diese erhielt er nach einigen Rückschlägen dann vom Grossherzog der Toskana in Pisa. Andererseits bauten die Menschen im Rausch der Technisierung Teleskope, die eher dem Turm von Babel glichen als einem wissenschaftlichen Instrument. Dies führte dazu, dass Grösse lange Zeit vor Qualität kam.
Die Verbesserung der Teleskopbeobachtung fordert auch in der Neuzeit innovative Ideen. Der Referent zeigt anhand von Fotos sehr anschaulich, wie die anfangs verschwommenen Bilder des Weltraumteleskops Hubble erst mit einer nachträglichen Reparatur und mit dem Einsatz eines neuen Spiegelsystems korrigiert werden konnten. Anhand von Vergleichen zwischen gezeichneten Bildern historischer Untersuchungen und Fotos der Neuzeit konnten die Gäste einen Eindruck gewinnen, wie gross der Fortschritt der Teleskopbeobachtung in den letzten 400 Jahren war.
Zum Schluss der Veranstaltung wäre noch ein Spazierensehen am winterlichen Nachthimmel von Luzern geplant gewesen. Dabei hätten alle Interessierten die sichtbaren Himmelskörper mit den eigenen Augen bestaunen können. Allerdings machte Petrus einen dicken Strich durch die Rechnung. Dicke Wolken liessen keinen Blick ins weite Universum zu. Doch nach diesem spannenden und beeindruckenden Vortrag wussten alle Anwesenden, wie die teilweise Millionen und Milliarden von Lichtjahren gereiste Botschaft der Sterne aussieht. Ein herzlicher Dank an Ernst Hügli für den packenden Vortrag!
Marco Stössel, PR-Beauftragter
Fotos: Tobias Handschin